Was ist VeChain?

Das in Singapur ansässige Unternehmen VeChain wurde im Jahr 2015 gegründet und ist mit der Vision angetreten, mittels Blockchain-Technologie transparente Märkte für Produkte und Informationen zu schaffen. Darüber hinaus sollen Produktions- und Lieferketten transparenter für Unternehmen, Zulieferer, Händler und Konsumenten werden.

Website von VeChain vechain.com Website

Ähnlich diversen anderen Blockchain-Plattformen wie EOS oder NEO hat VeChain die Ethereum-Technologie adaptiert und entwickelt diese den eigenen Vorstellungen entsprechend weiter. Unter anderem soll die Plattform als "blockchain-as-a-service" für Unternehmen zu nutzen sein. Um dies anzubieten sollen, wie bei Ethereum, dezentrale Applikationen (dApps) auf der Plattform laufen können. Der Fokus bei der VeChain Plattform liegt auf dem B2B-Bereich. Der CEO des Unternehmens, Sunny Lu, bezeichnet VeChain dementsprechend auch als "Ethereum for Business".

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags (Stand: 04.05.2018) befindet sich die VeChain-Plattform noch in der Entwicklung und die Kryptowährung läuft als sog. "ERC-20 Token" namens VEN auf der Ethereum-Blockchain. Dies soll sich jedoch in Kürze ändern. Der finale Launch der eigenen Blockchain "Thor" ist für den Sommer 2018 anberaumt. Im Zuge der Vorbereitung dessen wurde Anfang des Jahres 2018 ein sogenanntes Re-Branding durchgeführt. Bei diesem wurde bekannt gegeben, dass die Kryptowährung VeChain (VEN) in VeChain Thor (VET) umbenannt werden wird. Mit Start der eigenen Thor-Blockchain ist es dann möglich, alle VEN Token Im Verhältnis 1:1 in VET zu tauschen. Die neue Blockchain nutzt einen "Proof of Authority" Algorithmus um Konsensus (Was ist passiert und was nicht?) zu erzeugen. Weitere Informationen zum POA-Konsensus finden sich auf diesem Blogartikel von VeChain.

Das Unternehmen ist eines der ersten Blockchain-Projekte, welches offiziell mit der chinesischen Regierung zusammenarbeitet. Es pflegt darüber hinaus Partnerschaften mit mehreren globalen Konzernen wie zum Beispiel DB Schenker, PWC, Kühne + Nagel, GNV DL oder BMW.

Wie funktioniert VeChain Thor?

Die Thor-Plattform von VeChain ist in ihrer Funktionsweise komplex und es gibt verschiedene Möglichkeiten daran teilzuhaben. Die Nutzung ist kaum auf bestimmte Branchen beschränkt. Jegliche Güter, die mit einer gewissen Logistik oder Lieferkette verbunden sind, aber auch Finanzdienstleistungen können von der Plattform profitieren.

Logistik und Lieferketten

Zwei essentielle Funktionsweisen erweitern die Möglichkeiten der Thor-Blockchain. Zum einen nutzt VeChain sogenannte Smart Contracts. Diese helfen dabei Aktionen auf der Blockchain automatisch auszulösen, sobald gewisse Bedingungen erfüllt werden. Ganz nach dem "Wenn-Dann-Prinzip" ist es möglich einen Zahlungsfluss zu initiieren, sobald eine bestimmte Bedingung, zum Beispiel das Eintreffen einer vorher festgelegten Information, erfüllt ist.

Zum anderen nutzt VeChain modernste IoT-Lösungen (IoT = Internet of Things) um die Schnittstelle der Thor-Blockchain zur realen Welt zu verwirklichen. Der Austausch von Daten zwischen Blockchain und realer Welt gelingt mittels diverser technischer Lösungen wie RFID-Tags, NFC-Chips oder QR-Codes. Durch eine stete Verbindung mit der Blockchain und der Nutzung von Smart Contracts können so in Echtzeit alle Produktions- und Lieferschritte verfolgt, Zahlungsflüsse ausgelöst, und jegliche Informationen darüber in der Blockchain gespeichert und verarbeitet werden.

Beispiel Use Cases und Anwendungsbereiche

  • klassischer Einzelhandel
  • Luxusmarken und Luxusgüter (Handtaschen, teure Whiskys, etc.)
  • Pharmaindustrie und Medikamente
  • Agrarwirtschaft
  • Automobilindustrie
  • Logistik (z.B. Kühlketten)

Am aktuellen und heiklen Problem der Medikamentenfälschung wollen wir die Einsatzmöglichkeiten von VeChain bzw. VeChain Thor erläutern. Schätzungen der WHO zufolge sterben jährlich rund 1 Million Menschen an gefälschten Medikamenten.

Medikamente

Zur Verdeutlichung soll die vereinfachte Darstellung des Produktionsprozesses eines neuen Medikamentes dienen: Hierfür wird zunächst jahrelang in die Forschung investiert, um ein neues Heilmittel zu finden. Aus diesem Heilmittel wird im Anschluss ein Medikament erstellt, dieses Medikament wird getestet und nach erfolgreicher Zulassung meistens patentiert. Die Patentierung ist sehr wichtig für Pharmakonzerne, denn sonst hätte niemand einen Anreiz ein neues Medikament zu entwickeln; denn die Entwicklung ist teuer und ohne Patent kann das Medikament jeder produzieren und vermarkten - egal ob er es entwickelt hat oder nicht.

Zwei Herausforderungen, vor denen Pharmakonzerne heute stehen, sind die Nachbildung bzw. Kopie eines Medikaments von anderen Herstellern und die Sicherstellung der Qualität im gesamten Liefer- und Produktionsprozess. Theoretisch können anderen Unternehmen die Bestandteile des neuen Medikaments im Labor entschlüsseln und selbst nachbauen. Daraufhin können diese betrügerischen Unternehmen das Medikament unter gleichem oder anderem Namen verkaufen.

Eine weitere Herausforderung für die Pharmaindustrie, ist die Sicherstellung der Qualität. Zum Beispiel dürfen gewisse Inhaltsstoffe für Medikamente eine Temperaturgrenze nicht überschreiten. Wenn sie dies im Laufe des Logistikprozesses trotzdem tun, kann es vorkommen, dass die gesamte Produktionstranche (und damit Inhaltsstoffe mit beträchtlichem Wert) unbrauchbar bzw. unwirksam werden. Sollte der Inhaltsstoff die Temperaturgrenze überschreiten, müsste nachgewiesen werden, wann dies geschah und wer zu dem Zeitpunkt die Verantwortung dafür trug. Dazu ist die VeChain Thor Blockchain sehr gut geeignet, da sie die Möglichkeit eröffnet, den gesamten Logistikprozess zu überwachen und die Aktionen transparent und unveränderlich zu speichern. So kann z. B. auch festgestellt werden, wann der Inhaltsstoff die Temperaturgrenze überschritt und wer zu diesem Zeitpunkt dafür zuständig war.

Des Weiteren kann automatisch bei jedem abgeschlossenen Lieferschritt eine Zahlung initiiert werden. Der Zulieferer des Pharmakonzerns bekommt für jeden Rohstoff, den er dem Konzern liefert automatisch seine Zahlung. Mittels eines Smart Contract lässt sich sogar festlegen, dass der Zulieferer die Zahlung nur dann erhält, wenn die Ware die entsprechende Qualität (messbar) aufweist. Der Pharmakonzern wiederum bekommt Geld von der Apotheke, sobald diese das Medikament verkauft. Nachvollzogen und abgewickelt wird alles über die gescannte ID, die jedem einzelnen Produkt vorher zugewiesen wurde. Die entsprechenden Informationen werden dann direkt in die Blockchain eingespeist. Jeder einzelne Liefer- und Produktionsschritt ist so für Hersteller, Lieferant und Endkunde nachvollziehbar.

Die Möglichkeiten des Systems gehen allerdings noch weiter. So können Informationen über Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Kisten während des Transports gemessen und in Echtzeit an die Blockchain gesendet werden. Wenn der Kunde beispielsweise ein mangelhaftes Medikament erhält, kann exakt herausgefunden werden, von welchen Lieferanten und Produzenten das Medikament hergestellt und geliefert wurde und z. B. welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit während des Transports vorherrschte. Ebenso ist es möglich immer und zu jeder Zeit herauszufinden, ob das in der Apotheke gekaufte Medikament auch wirklich vom angegebenen Hersteller stammt, oder ob es sich um eine billige Fälschung handelt. Sicher verankert in der Blockchain sind diese Informationen auch nach der Auslieferung noch endlos vorhanden. Jegliche Rückzahlungen, die dadurch entstehen, werden in Sekundenschnelle und ohne großen Aufwand automatisch über die Blockchain durchgeführt.

Alle Transaktionen innerhalb der Thor-Blockchain werden indirekt mittels der Kryptowährung VET durchgeführt. Wer VET besitzt, kreiert konstant als eine Art Dividende, sogenannte "THOR" Token. Während VET eher für Unternehmensaktivitäten genutzt werden kann, stellen die THOR-Token die Bezahlmethode des Systems dar, mit der die Applikationen genutzt werden. Die Token werden häufig auch als Treibstoff der Plattform bezeichnet, da ohne sie keine Transaktionen oder andere Handlungen möglich ist.

Wer kann VeChain Thor nutzen?

Das beschriebene Beispiel anhand der Problematik von Medikamentenfälschungen ist eine von mehreren Anwendungsfällen, die VeChain selbst entwickelt und bereits umgesetzt hat. Weitere Fälle sind Luxusgüter wie Handtaschen, teure Weinflaschen, Bauteile für Automobile wie Schrauben oder auch Produkte aus der Landwirtschaft. Für jedes individuelle Produkt benötigt es einer speziell dafür entwickelten Applikation, da sich die Produktions- und Lieferketten verschiedener Güter oder Dienstleistungen natürlich stark unterscheiden.

Die Thor-Blockchain fungiert als sogenannte dApp-Plattform. dApp steht für dezentrale Applikationen. Einerseits werden diese dApps von VeChain und dessen Partnern entwickelt und angeboten. Dies ist bei dem oben beschriebenen Medikamenten-Beispiel der Fall. Andererseits können auch Unternehmen oder Personen selbst Applikationen entwickeln, die auf der Thor-Blockchain basieren.

Die entwickelten dApps können wiederum von verschiedenen Parteien genutzt werden, sofern diese der Blockchain-Community zugänglich gemacht werden. Ein Pharmakonzern kann also theoretisch die bereits entwickelte Applikation für die Medikamenten-Lieferkette gemäß dem obigen Beispiel nutzen. Dieses Angebot wird als "blockchain-as-a-service" definiert, sodass andere Unternehmen die Applikationen nutzen können, ohne die technischen Voraussetzungen, oder gar eine eigene Blockchain dafür zu haben. Ebenso ist es möglich, dass Unternehmen Applikationen entwickeln und über die Thor-Blockchain laufen lassen, welche exklusiv für das Unternehmen und seine Partner anwendbar sind. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Konzern für seine ganz individuellen Produktions- und Lieferketten ausschließlich sich und seine Hersteller und Lieferanten involviert haben möchte.

Die Möglichkeiten der Thor-Blockchain von VeChain und seiner dezentralisierten Applikationen lassen sich heute noch kaum absehen. Laut den Machern könnte VeChain bereits in wenigen Jahren unzählige Bereiche unseres Lebens beeinflussen. Bevor sich diese forsche Aussage bewahrheitet, gibt es jedoch noch viele Herausforderungen zu bewältigen, die in der jungen Branche noch kaum abzusehen sind. Fest steht aber, dass VeChain mit seinen technischen Möglichkeiten, Ideen und Partnern ein sehr spannendes Projekt darstellt.

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Wo und wie kann ich VeChain kaufen?

VeChain (VEN) zählt zu den beliebtesten Kryptowährungen auf dem Markt - dennoch kann die Währung erst auf wenigen Börsen erworben werden. Im Euroraum ist das Kaufen von VeChain (VEN) derzeit nur mit einem Umweg möglich:

  • Schritt 1: Account auf Coinbase einrichten, verifizieren und Euro einzahlen
  • Schritt 2: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin kaufen
  • Schritt 3: Binance Account erstellen und Bitcoin, Ethereum oder Litecoin von Coinbase zu Binance senden
  • Schritt 4: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin auf Binance in VeChain (VEN) tauschen
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