Avalanche ist eine Krypto-Plattform, die dezentrale Apps (dApps) unterstützt und die Ausführung von Smart Contracts ermöglicht. Avalanche gehört damit gemeinsam mit Ethereum, Solana, Polkadot und vergleichbaren Projekten zur Gruppe der dezentralen Computing-Plattformen, auf der Entwickler ihre eigenen Projekte realisieren können. Im Fokus stehen bei Avalanche DeFi-Anwendungen.

Website von Avalanche (AVAX) Avalanche Website

Vollständig entwickelt, soll Avalanche eine globale Dachplattform sein, auf der jede Art von Vermögenswerten gehandelt und dezentral kontrolliert werden kann, egal ob Währungen, dApps, NFTs, Rohstoffe oder Immobilien. Mit dem AVAX-Coin bringt Avalanche eine interne Kryptowährung mit, die Nutzer beim Staking gegen eine Belohnung dem Netzwerk zur Verfügung stellen und an vielen verschiedenen handeln können. Der AVAX-Coin hat es mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 15 Milliarden Euro nur ein Jahr nach dem Start erstmals in die Top 15 der wertvollsten Kryptowährungen der Welt geschafft.

Avalanche im Überblick

Kryptowährung AVAX
Kurs 103,62 € (+14,26% in 24h)
Marktkapitalisierung 22.790.388.357,89 €
Gründer Emin Gün Sirer
Entwickler Ava Labs
Veröffentlichung September 2020
Use Case Smart Contracts, Infrastruktur
Konsens-Algorithmus Proof of Stake
Whitepaper Avalanche Whitepaper

Gründer und Entwickler von Avalanche

Ava Labs, das Unternehmen hinter der Konzeptionierung und Entwicklung von Avalanche, wurde von drei Personen gegründet. Einer der Gründer ist Emin Gün Sirer, ein Professor im Fachbereich Informatik an der US-amerikanischen Cornell University und der Co-Direktor der Initiative für Krytowährungen und Smart Contracts (IC3). Sirer beschäftigte sich bereits im Jahr 2003 mit dem Karma System, einer ersten Proof-of-Work-basierten Kryptowährung, und ist damit ein echter Krypto-Pionier. Zudem betreibt Sirer seit 2013 Forschung im Bereich Blockchain – unter anderem zum Thema Skalierbarkeit von Bitcoin.

Emin Gün Sirer
Emin Gün Sirer - Einer der Gründer von Avalanche

Gemeinsam mit seinen Mitbegründern Kevin Sekniqi und Maofan Yin hat Emin Gün Sirer bei Ava Labs unter anderem den Avalanche-Konsens entwickelt, der Avalanche besonders macht. Inzwischen ist das Team gewachsen und es sind weitere Informatik-, Wirtschafts-, Rechts- und Finanzexperten mit an Bord, die sich um die Weiterentwicklung und Optimierung der Avalanche-Plattform und der AVAX-Kryptowährung kümmern. Die Finanzierung des gesamten Projekts ist unter anderem durch eine große Finanzierungsrunde gesichert, bei der die dafür eingesetzte Avalanche Foundation im Sommer 2021 bei einem "Private Sale" rund 230 Millionen US-Dollar von Investoren und Investmentgesellschaften eingesammelt und im Gegenzug AVAX-Coin herausgegeben hat.

Welches Ziel hat Avalanche?

Alle modernen Blockchains und Krypto-Plattformen sollen im Idealfall gleich drei Eigenschaften erfüllen: Dezentralität, Sicherheit und Skalierbarkeit. Alle drei Merkmale optimal abzudecken, ist aber nicht leicht und funktioniert in den meisten Fällen nicht ohne Kompromiss oder Trade-off zulasten von einem der drei Faktoren. Bitcoin und Ethereum sind zwei prominente Beispiele für das Trilemma. Die beiden größten und bekanntesten Kryptowährungen gelten zwar als sicher und dezentral, zeigten mit steigender Beliebtheit bei Entwicklern und Nutzern in der Vergangenheit aber immer öfter große Probleme bei der Skalierbarkeit. Die Folge: Transaktionen im Bitcoin- und Ethereum-Netzwerk sind vergleichsweise langsam und teuer – trotz Gegenmaßnahmen wie Lightning (Bitcoin) und EIP 1559 (Ethereum). Damit leiden sowohl Bitcoin als auch Ethereum unter einem Problem, das sie als moderne Kryptowährung eigentlich aus der Welt schaffen sollten.

Blockchain Trilemma Das Blockchain Trilemma

Das Ziel der Entwickler von Avalanche ist die möglichst optimale Lösung des Trilemmas: Avalanche soll dezentral und sicher sein, anders die Bitcoin oder Ethereum aber dank guter Skalierbarkeit auch unter hoher Last weiterhin schnelle und günstige Transaktionen bieten. Avalanche soll Vorgänge in weniger als Sekunde vollständig abschließen und mehr als 4500 Transaktionen pro Sekunde schultern können. Perspektivisch peilen die Entwickler sogar mehr als 20.000 Transaktionen per Sekunde an. Zum Vergleich: Bitcoin kann derzeit nur sieben Transaktionen pro Sekunde durchführen und bei Ethereum sind es derzeit noch rund 14 Transaktionen pro Sekunde. Die vergleichsweise geringe Leistungsfähigkeit bei Bitcoin und Ethereum führt zu einem regelrechten Wettkampf um die begehrten Slots in den Blöcken, da Nutzer ihre Transaktionen natürlich idealerweise möglichst schnell abschließen möchten.

Avalanche im Vergleich
Avalanche im Vergleich zu anderen Blockchains - Quelle: avax.network

Die Konsequenz daraus sind hohe Gebühren, mit denen Anwender sich eine schnelle Bearbeitung „erkaufen“ müssen. Bei Avalanche ist das anders. Dank der guten Skalierbarkeit und der damit verbundenen geringen Gebühren ist die Krypto-Plattform für viele verschiedene Einsatzbereiche interessant, darunter DeFi-Anwendungen, dezentrale Börsen (DEX) sowie NFTs. Damit steht Avalanche in direkter Konkurrenz zu Ethereum und Solana. Ein Umstand, den die Entwickler auch nicht verschweigen. Auf der Webseite vergleichen die Macher Avalanche gleich mehrfach mit Ethereum und stellen explizit die Vorteile der eigenen Lösung heraus.

Avalanche im Vergleich zu Ethereum

Avalanche steht in direkter Konkurrenz mit Ethereum und wurde von Anfang an als bessere Alternative für programmierbare Anwendungen und Smart Contracts in vielen verschiedenen Bereichen entwickelt. Es ist deshalb sinnvoll, im Detail auf die Unterschiede zwischen Avalanche und dem Smart-Contract-Platzhirschen Ethereum zu blicken.

Avalanche vs. Ethereum

Geschwindigkeit

Der wichtigste Unterschied ist mit Sicherheit die deutlich höhere Geschwindigkeit von Avalanche. Während Ethereum derzeit lediglich rund 15 Transaktionen pro Sekunde (tps) abarbeiten kann, kann Avalanche schon jetzt mehr als 4500 Transaktionen in der Sekunde bewältigen – langfristig sollen sogar 20.000 und mehr tps möglich sein. Der Geschwindigkeitsvorteil von Avalanche wird auch beim Finalisieren von Transaktionen deutlich. Ethereum benötigt durchschnittlich 6 Minuten bis zum endgültigen Abschluss einer Transaktion. Bei Avalanche ist es nur rund eine Sekunde.

Dezentralität

Unterschiede zwischen Avalanche und Ethereum gibt es auch im Hinblick auf die Dezentralität der Validatoren. Das Ethereum-Netzwerk wird von zwei großen Mining-Pools bestimmt, die mehr als 51 Prozent der Hashrate beitragen. Bei Avalanche gibt es laut Angaben der Macher tausende verteilte Notes, was zumindest in der Theorie die Sicherheit verbessert und potenzielle Angriffsmöglichkeiten minimiert.

Proof of Stake

Avalanche ist aber nicht nur dezentral, sicher und skalierbar, sondern auch umwelt- und klimafreundlich. Anders als das große Vorbild Ethereum geht Avalanche von Anfang an mit dem Proof-of-Stake-Algorithmus (PoS) an den Start, der anders als Proof-of-Work (PoW) keine hohe Rechenleistung voraussetzt. Das gesamte Netzwerk von Avalanche benötigt deshalb viel weniger Energie als das Ethereum-Netzwerk, das erst im Laufe der Entwicklung von Ethereum 2.0 zum PoS-Verfahren wechseln wird. Das nimmt vielen Kritikern, die den hohen Stromverbrauch von Kryptowährungen und -plattformen bemängeln, den Wind aus den Segeln und macht AVAX zu einer Option von Investoren, die PoW-Coins und -Token wegen der Probleme im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ablehnen.

Netzwerkeffekte und Infrastruktur

Die genannten Vorteile von Avalanche scheinen Ethereum klar auszustechen, doch in einem wichtigen Punkt ist Ethereum unangefochten: Netzwerkeffekte. Ethereum hat mit Abstand die meisten Entwickler, Tools und bestehende Projekte mit hohen Nutzerzahlen. Die Infrastruktur von Ethereum ist bereits so weit fortgeschritten, dass es für Konkurrenten eine große Herausforderung wird, hier aufzuschließen.

Wie funktioniert Avalanche?

Die größte Besonderheit von Avalanche ist die hervorragende Skalierbarkeit, dank der das Netzwerk auch unter hoher Last alle Transaktionen schnell und günstig bewältigen kann. Das Ziel erreicht Avalanche mit einem besonderen technischen Ansatz, der auf drei interoperablen Blockchains basiert, die sich jeweils um eigene Aufgaben kümmern: der X-Chain, der C-Chain und der P-Chain.

Avalanche Blockchains
Avalanche Chains - Quelle: avax.network

X-Chain

Die Exchange Chain, kurz X-Chain, ist für die Schaffung und den Austausch der AVAX-Coin zuständig, die als interne Kryptowährung von Avalanche unter anderem der Bezahlung von Gebühren dienen und beim Staking als Belohnung ausgeschüttet werden.

C-Chain

Die Contract Chain, kurz C-Chain, ist die Blockchain, auf der Entwickler die Smart Contracts für ihre dApps (decentralized Applications) realisieren können. Die C-Chain von Avalanche arbeitet mit einer Instanz der Ethereum Virtual Machine (EVM). Das bietet Ethereum-Entwicklern die Möglichkeit, ihre Projekte mit der gleichen Programmiersprache einfach zu implementieren und sogar vollständig von Ethereum auf Avalanche zu wechseln. Zukünftig sollen zusätzlich zur EVM weitere virtuelle Maschinen folgen, um noch mehr Projekte leicht integrierbar zu machen.

P-Chain

Die Plattfom Chain, kurz P-Chain, koordiniert die Validatoren und kümmert sich um die Erschaffung und Überwachung von Subnets, mit denen eigene Blockchains auf Avalanche realisierbar sind.

Durch die geschickte Kombination von drei Blockchains, auf die sich die verschiedenen Netzwerkaufgaben verteilen, legt Avalanche den Grundstein für die hervorragende Skalierbarkeit und damit auch für die schnellen und günstigen Transaktionen. Zusätzlich nutzt Avalanche gleich zwei Konsens-Verfahren, mit denen die Echtheit und Sicherheit der dezentralen Daten gewährleistet wird. Die X-Chain arbeitet mit dem besonderen Avalanche Consensus Protocol, einem speziellen DAG-basierten und leistungsfähigen Konsensprotokoll, das für die Aufgaben der Exchange Chain optimiert wurde. Die C-Chain und die P-Chain stellen den Konsens mit dem Snowman-Protokoll her, das auf deren Aufgaben im Netzwerk zugeschnitten ist und deshalb in dem Bereich eine optimale Leistung bringt.

AVAX Coin: Die Kryptowährung von Avalanche

Avalanche funktioniert mit einer eigenen Kryptowährung: AVAX. Der AVAX-Coin ist die interne Zahlungsmethode des Netzwerkes, mit der unter anderem die Gebühren bei Transaktionen bezahlt werden. AVAX entspricht damit dem, was Ether im Ethereum-Netzwerk ist.

Avalanche (AVAX) Coin

Nutzer können AVAX an vielen verschiedenen Börsen handeln und so in Avalanche investieren. Besitzer von AVAX können ihre Coins zur Verfügung stellen und durch Staking das Netzwerk am Laufen halten. Als Belohnung für die Mitarbeit gibt es neue AVAX-Coins, die regelmäßig ausgezahlt werden. Ähnlich wie bei Cardano, Tezos und anderen Proof-of-Stake-Kryptowährungen haben AVAX-Besitzer durch Staking also die Möglichkeit passives Einkommen mit ihren Coins zu erzielen – und das ohne Investition in spezielle Mining-Hardware und ohne exorbitanten Stromverbrauch. Die maximale Anzahl an AVAX-Coins ist auf 720 Millionen begrenzt. AVAX ist also genau wie Bitcoin nicht inflationär ausgelegt, was viele Investoren als Vorteil sehen. Von den maximal 720 Millionen Coins wurden bis Ende des Jahres 2021 mit 400 Millionen Stück rund 55 Prozent der Maximalmenge geschaffen.

AVAX Coin: Preishistorie und Meilensteine

Obwohl Avalanche und damit auch AVAX noch vergleichsweise jung sind, hat der AVAX-Coin bereits eine beachtliche Preisentwicklung hinter sich. Laut Coinmarketcap.com ging Avalanche nach dem privaten Sale mit einem Preis von rund 3,50 Euro in den Handel und gab im Anschluss bis auf etwa 2,50 Euro nach, bevor der Bullenmarkt einsetzte und der AVAX Kurs stark anzog.

Diese Projekte laufen bereits auf Avalanche

Avalanche Projekte
Übersicht Avalanche Projekte

Avalanche macht es Entwicklern leicht, ihre Projekte nicht auf auf der Ethereum-Plattform laufen zu lassen, sondern auch auf Avalanche damit zu starten. Mit der Avalanche Bridge (AB) haben die Macher sogar eine Möglichkeit geschaffen, mit der Nutzer Ethereum- bzw. ERC-20-Token problemlos von der Ethereum-Blockchain auf die C-Chain von Avalanche transferieren können – und umgekehrt. Deshalb hat es Avalanche geschafft, in vergleichsweise kurzer Zeit ein umfassendes Ökosystem mit Projekten und Anwendungen zu schaffen – Avalanche wird also bereits in vielen verschiedenen Bereichen genutzt.

Zukunft und Prognose

Wie stehen die Chancen für Avalanche im hart umkämpften Feld der programmierbaren Krypto-Plattformen, in dem Ethereum noch der unangefochtene Platzhirsch ist? Für Avalanche spricht, dass es sich um einen echten Problemlöser handelt. Die Probleme von Ethereum im Bereich der Skalierbarkeit sind unübersehbar. Teilweise werden für eine Transaktion mehrere Hundert Euro an Gebühren fällig. Das macht Ethereum in seinem aktuellen Zustand zunehmend unattraktiv für Anwendungsbereiche wie DeFi sowie NFTs und räumt Alternativen wie Solana und Avalanche große Chancen ein. Das gilt umso mehr, weil Avalanche es Ethereum-Entwicklern leicht macht, ihre Projekte auch auf der AVAX-Plattform zu starten.

Avalanche Prognose

Wie groß der Erfolg von Avalanche sein wird, hängt zu großen Teilen auch davon ab, ob Ethereum die Probleme bei der Skalierbarkeit mit der Entwicklung in Richtung Ethereum 2.0 in den Griff bekommt und den First-Mover-Vorteil langfristig behaupten kann. Aber selbst wenn Avalanche die aktuelle Nummer eins im Smart-Contract-Segment nicht gleich ablöst, gibt es die Möglichkeit, eine Nische zu finden in der die positiven Eigenschaften und Vorteile von Avalanche, nämlich die hohe Geschwindigkeit und die niedrigen Gebühren, eine wichtige Rolle spielen. Beispiele dafür könnten der Handel von tokenisierten Aktien und Derivaten sein, die praktisch in Echtzeit stattfinden müssen oder auch kleine Transaktionen, die nur bei besonders niedrigen Transaktionsgebühren überhaupt noch wirtschaftlich sind. Wie nötig eine solche skalierbare Lösung wie Avalanche ist, zeigt der Hype rund um NFTs. Zwischenzeitlich waren die Transaktionsgebühren im Ethereum-Netzwerk so hoch, dass die Gebühren beim Kauf oder Verkauf deutlich teurer waren als der Non-Fungible-Token selbst.

Ein großer Vorteil von Avalanche könnte zudem das energieeffiziente PoS-Verfahren sein. In Zeiten von steigendem Umweltbewusstsein setzen nicht nur immer mehr Privatanleger auf umwelt- und klimafreundliche Investitionen, auch institutionelle Anleger können die Augen vor negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima oft nicht mehr verschließen. Was im klassischen Anlagebereich ESG- und SRI-konforme Aktien und Fonds sind, könnten im Krypto-Bereich PoS-basierte Währungen und Plattformen sein, die anders als PoW-Coins ohne den massiven Stromverbrauch auskommen.

Fest steht: Viele Investoren glauben an den Erfolg von Avalanche, wie die Preisentwicklung von AVAX zeigt. Der Preis des Coins hat seinen Preis innerhalb von einem Jahr mehr als verzwanzigfacht und Avalanche in die Top 15 der wertvollsten Kryptowährungen gebracht. Wer sein Krypto-Portfolio diversifizieren möchte und abseits von Ethereum auch in Alternativen im Smart-Contract-Sektor investieren möchte, sollte Avalanche und den AVAX-Coin im Blick behalten.

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